„Ich bin ein Künstler, der aus Erinnerungen, Emotionen und Erfahrungen heraus malt. Meine Kunst ist meine Sprache – eine Möglichkeit zu sprechen, wenn mir die Worte fehlen. Der Verlust eines Teils meines Gehörs in jungen Jahren hat meine Sichtweise auf die Welt und meine Verbindung zu ihr verändert. Die Stille wurde zu meinem Raum der Beobachtung, und das Zeichnen wurde zu meiner Art, zu kommunizieren und alles zu verstehen.
Ich bezeichne mich selbst als visuelle Erzählerin von Frauengeschichten – insbesondere von solchen, die oft verschwiegen, verborgen oder missverstanden werden. Durch gesichtslose Porträts und vielschichtige Texturen setze ich mich mit den Themen Identität, Resilienz und Weiblichkeit auseinander. Die Anonymität meiner Figuren ermöglicht es jedem Betrachter, sich in ihnen wiederzufinden, sie eher als Spiegelbilder denn als Darstellungen zu sehen.
Ich arbeite mit verschiedenen Materialien – Kaffee, Kohle, Öl und Tinte –, weil jedes Medium unterschiedliche Emotionen vermittelt. Mein Prozess ist intuitiv; ich lasse mich vom Material leiten. Mich faszinieren die Unvollkommenheiten, die dabei entstehen, die Flecken und Risse, die ihre eigene Wahrheit erzählen.
Vor allem bin ich eine Künstlerin, die sich der Heilung verschrieben hat – für mich selbst, für Frauen wie mich und für diejenigen, die meine Werke betrachten und sich darin wiedererkennen. Kunst ist nicht nur das, was ich tue, sondern auch die Art und Weise, wie ich zuhöre, mich erinnere und existiere.
Nadia Wamunyu's Kunstwerke